Leben


Victor Frankl hatte vollkommen Recht. Es geht nicht darum, was wir vom Leben verlangen, sondern was das Leben von uns verlangt.

Dass man im Leben aus jeder Krise gestärkt hervorgeht, halte ich für schlicht nicht wahr.

Wichtiger als die Frage nach dem Warum ist die nach dem Wofür unseres Lebens. Wichtiger als die Kausalität ist die Finalität unseres Daseins.

Wir können uns selbst entwerfen, ja müssen es. Einer der genialsten Gedanken von Heideggers ´Sein und Zeit´ lautet: Der Mensch ist in ein Sein geworfen, aber er entwirft sich in der Zeit.

Adornos wohl berühmtestes Wort lautet: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ Eine Tautologie. Weit interessanter wäre, hätte er geschrieben: Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.

Ein Boxkampf ist fairer als das Leben. Tiefschläge nämlich werden hier geahndet.

Gerecht zu sein, ist die wohl schwierigste Tugend. Denn wie sähe ein gerechtes Leben aus?

Im Leben gilt das Payback-Prinzip. Was du dir genommen hast, zahlst du auf irgendeine Weise irgendwann zurück.

Vom Leben enttäuscht zu sein, ist unsinnig. Das Leben kann nicht täuschen. Wir sind es, die sich täuschen.

Das einfache Leben - das gibt es nicht. Kein Leben ist einfach.

Ernst Jünger: „Ihr alle kennt die wilde Schwermut, die uns bei der Erinnerung an Zeiten des Glückes ergreift.“ Wilde Schwermut. Wer so etwas fühlt, führt ein reiches Leben.

Manche Menschen schleichen sich durchs Leben oder daran vorbei.

Es gibt nur wenige Hindernisse im Leben, die sich nicht mit Geduld und Spucke überwinden lassen.

Das Leben ist viel zu komplex, um es mit wenigen Prinzipien bewältigen zu können.

Diejenigen, die behaupten, man könne im Leben alles erreichen, überschätzen sich und unterschätzen das Leben.

Der härteste Gegner, auf den du im Leben treffen kannst, ist der heiß beseelte und kühl vorbereite. In den meisten Fällen hört er auf deinen Namen.

Furchtbar schlecht im Leben etwas zu können ist weitaus sympathischer als furchtbar gut.

Unsere Siege verleihen unserem Leben Geltung, unsere Niederlagen Bedeutung.

Einem bitteren Sieg ist eine süße Niederlage stets vorzuziehen.

Auch ein kleiner Sieg ist ein Sieg.

Manchmal muss man sich an das Leben heranrobben.

Weitgehend bedürfnislos zu leben ist nicht übel, außer im Geistigen.

Man kann an Schicksalsschlägen zerbrechen. Nirgendwo allerdings steht geschrieben, dass man es muss.

Perfekt im Leben ist nur die Vergangenheitsform Perfekt.

Manche Probleme im Leben lösen sich allein dadurch, dass wir nicht mehr an sie denken.

Kants kategorischer Imperativ ist eine Gedankenkonstruktion, die viel mit formaler Logik zu tun hat, wenig jedoch mit dem Leben. Im Unterschied zu diesem kennt das Kategorische keine Ausnahmen. Am Lebendigen kann es daher nur scheitern.

Wie schal und eintönig schmeckte das Leben ohne das köstliche Gewürz der Ausnahme.

Nur wenig ist so quälend wie ein nicht enden wollender Sonntag, den man einsam verbringt.

Lebenskunst hat zwei Bedeutungen: die Kunst, gut zu leben und die, um gut zu leben.

Irgendwann im Leben muss man seinen Eltern ihre Fehler verzeihen. Je früher man dies tut, desto besser.

Alles wirklich Wichtige im Leben geschieht uns.

Wahr, erkannte Kierkegaard, ist vor allem das, was uns und unser Leben verändert.

Man kann ihn nicht oft genug lesen, Seneca: „Wir haben kein kurzes Leben erhalten, wir machen es dazu.“

Nichts im Leben ist schlimmer als Ergebnisfußball.

Im Leben gilt es, das Sowohl-als-auch auszuhalten.

Von unseren geliebten Mitbewohnern lässt sich einiges lernen. Vom Hund, was es heißt, sich des Lebens zu erfreuen. Von der Katze, was es heißt, es zu genießen.

Frage dich, welch möglicher Verlust in dir die größten Ängste weckt, und du wirst erkennen, wonach dich im Leben am meisten verlangt.

Harry G. Frankfurt betrachtet die Sorge nicht als belastend, sondern auf originelle Weise als Antwort auf die Frage, wie zu leben sei: „Vielmehr müssen wir schlicht erkennen, worum wir uns wirklich sorgen, um dann mit entschiedenem und unerschütterlichem Vertrauen daranzugehen, uns darum zu sorgen.“

Zu erkennen, wo ein Kompromiss und wo Kompromisslosigkeit geboten ist, darin besteht ein Gutteil der Lebenskunst.

Wer möglichst weit werfen will, darf weder einen zu leichten noch zu schweren Stein auswählen.

Wer sich der Welt der Dinge verschreibt, dessen Lebensgeschichte wird langweilig und banal.

Leichter lebt, wer sein Leben nicht als Kampf, sondern als Spiel versteht.

Wir sind Herren und zugleich Knechte unseres Schicksals.