Minima


Klug ist, wer wenig von der Welt, doch viel von sich selbst erwartet.

Das, was wir glauben müssen, ohne es zu verstehen, wird in unserer technisierten Welt immer größer.

Sicheres Indiz für einen großen Geist ist die Demut desjenigen, der ihn besitzt.

Dass manche Grundsätze und Überzeugungen einander widersprechen, beweist nicht, dass sie falsch sind. Es zeigt nur ihre Unvollkommenheit.

In einer Welt des Habens ist die größte Herausforderung: der Verzicht.

Den Zauber und Reichtum der Welt erlebt, wer nicht verlernt hat, wie ein Kind zu staunen.

Um die Welt als Welt zu erleben, muss man mit ihr alleine sein.

Shakespeares „All the world´s a stage“ hat auch diese bittere Bedeutung: Wir erliegen immer wieder denen, die uns etwas vormachen. Treten sie irgendwann von der Bühne ab, erkennen wir, was für Schauspieler sie waren.

Die Welt besteht mehr aus Schein denn aus Sein. Die Konsequenz daraus ist nicht, an ihr zu verzweifeln, sondern sie nicht immer so ernst zu nehmen.

Wie erniedrigend ist es doch, in bestimmten Berufen Begeisterung vortäuschen zu müssen. Und wie fürchterlich, wenn dabei alle sich dessen bewusst sind.

Die Welt eine Leistungsgesellschaft? Selbstverständlich. Wie funktionsunfähig wäre eine Gesellschaft, in der nicht Leistung, sondern Fehlleistung zählte!

Wie kommt es nur, dass Freundlichkeit in Deutschland und auch anderswo nur so wenig zählt? Nichts beeinträchtigt das Lebensgefühl doch stärker als in einer Welt unfreundlicher Individuen zu leben.

Wer sind die Idioten, die menschliche Kühle als Coolness stilisiert haben?

Komplizierte Wahrheiten gibt es nicht. Komplexe schon.

Große Wahrheiten sind oft paradox. Sie übersteigen die Gesetze der Logik, wie wohl unser Verstand sie durchaus erkennen und auch formulieren kann.

Seneca: "Leicht ist der Schmerz, wenn die Einbildung ihn nicht noch vergrößert. (…) Jeder ist in dem Grade elend, als er es zu sein glaubt." Es geht Seneca nicht darum, den Schmerz abzutun, sondern klüger mit ihm umzugehen, um ihn besser auszuhalten.

„Die Sprache ist das Haus des Seins“ (Heidegger). Welch Glück, wenn man sie liebt und in ihr wohnen darf.

Eines der schönsten deutschen Worte lautet: Lebenslust.

Wortverdreher sind Weltverdreher.

Worte entfachen Feuersbrünste, lösen Fluten aus, rauben uns die Luft, entziehen uns den Boden / löschen Brände, glätten die Wogen, heben uns empor, betten uns im Schoß der Erde.

»Dies ist nicht der Rede wert« - welch wunderbarer, immer seltener zu hörender Satz.

Loslassen vollzieht sich in drei Schritten: los denken, los sagen, los gehen.

Was ist so schön an einem beschwerlichen Berganstieg? Es geht stets aufwärts!